Stadtentwicklung zwischen Rückbau, Wandel und Neubeginn: Exkursionen nach Neu-Schmellwitz (Cottbus)
Am 15. und 16. Mai 2026 fanden im Rahmen des PlanerInnenTreffens des Studiengangs Stadtplanung der BTU Cottbus-Senftenberg zwei Exkursionen nach Neu-Schmellwitz statt.
Das PlanerInnenTreffen – kurz P:IT – ist eine semesterübergreifende und internationale Zusammenkunft von Studierenden der Stadt- und Raumplanung, Urbanistik und verwandter Fachrichtungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unter dem Motto „Schon wieder Wende?! – Zwischen neuer Energie und DDRbe“ beschäftigte sich das P:IT Cottbus 2026 mit den vielfältigen Transformationsprozessen ostdeutscher Städte.
Dazu fanden zahlreiche Exkursionen in und um Cottbus statt. Die durch die DSK GmbH begleitenden Exkursionen führten die Teilnehmenden in den jüngsten Stadtteil von Cottbus. Neu-Schmellwitz steht beispielhaft für die städtebaulichen Veränderungen vieler ostdeutscher Großwohnsiedlungen: von der Entstehung als DDR-Plattenbausiedlung in den 1980er Jahren über den starken Bevölkerungsrückgang nach der Wende bis hin zu großflächigem Rückbau, neuen Planungsansätzen und aktuellen Entwicklungsperspektiven.
Ausgangspunkt der Exkursionen war die Kultur- und Begegnungsstätte Schmellwitz 7512. Dort erhielten die Studierenden zunächst einen fachlichen Input zur Geschichte des Stadtteils, zu den städtebaulichen Entwicklungen nach der Wende sowie zu aktuellen Überlegungen zur Wiederbebauung und Weiterentwicklung des Quartiers. Im Anschluss führte ein Rundgang durch Neu-Schmellwitz zu verschiedenen Rückbauflächen sowie zu Bereichen, die als Initialquartiere für eine mögliche Wieder- und Neubebauung betrachtet werden.
Während der Rundgänge entstanden zahlreiche Fragen und Diskussionen. Viele Teilnehmende, insbesondere aus den westdeutschen Bundesländern sowie aus Österreich und der Schweiz, hatten bislang nur wenige direkte Berührungspunkte mit ostdeutschen Plattenbausiedlungen. Entsprechend groß war das Interesse an der städtebaulichen Struktur, der Geschichte des Quartiers und den aktuellen Herausforderungen vor Ort.
Besonders intensiv diskutiert wurden die Themen Strukturwandel, Leerstand, Migration, Städtebauförderung und die zukünftige Entwicklung von Neu-Schmellwitz im Zusammenhang mit dem neuen Cottbuser Ostsee. Dabei wurde deutlich, welche besonderen Anforderungen der Stadtumbau in ostdeutschen Quartieren mit sich bringt und welche Chancen sich durch neue Nutzungen, gezielte Fördermittel und langfristige Entwicklungsperspektiven ergeben können.
Die Exkursionen boten den Studierenden die Möglichkeit, stadtplanerische Fragestellungen unmittelbar vor Ort zu erleben und die Rolle der DSK als Sanierungsträger im Kontext von Stadtumbau, Quartiersentwicklung und Städtebauförderung kennenzulernen.
Wir bedanken uns bei den Organisatoren des PlanerInnenTreffens Cottbus 2026 und bei allen Teilnehmenden für das große Interesse, die spannenden Fragen und den fachlichen Austausch vor Ort.